Effektiv arbeiten im Home-Office

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So stellt man sich den Arbeitsalltag des Heimarbeiters vor. Doch effektiv ist das in der Regel nicht.
Foto: Fotolia/AlisaFotographie

Bis vor einigen Jahren war ich noch fest angestellt. In dieser Zeit war ich ein glühender Verfechter des Home-Office. Ich habe meine Kollegen und meine Chefs damit genervt, immer mal wieder von zu Hause aus arbeiten zu wollen. Ich habe gejammert über das unflexible Unternehmen: Denn technisch wäre es durchaus möglich gewesen, selbst von einem italienischen Strand aus zu arbeiten.

Seit ich selbstständig bin, genieße ich die Vorzüge eines Büros, in das ich mich zurückziehen und in dem ich ungestört arbeiten kann. Eine Zeitlang habe ich auch vom heimischen Küchentisch aus meinen Bürokram erledigt – das hat sich nicht als sinnvoll erwiesen. Es hat aber meinen Blick geschärft auf die Rahmenbedingungen, die sich „Heimarbeiter“ geben sollten. Egal ob freie Autoren oder Designer, Lehrer oder Studenten: Viele Klienten, mit denen ich in Sachen Selbstorganisation arbeite, laufen in ähnliche Fallen.

Eine Arbeitsatmosphäre schaffen

Morgens mit der Tasse Kaffee in der Hand, im Morgenmantel und vor dem Duschen schon mal die ersten Mails beantworten? Willst du effektiv arbeiten, verzichte lieber darauf und sorge für eine klare Trennung zwischen privatem Leben und Arbeitsalltag! Effektiv heißt, möglichst die richtigen Dinge in möglichst kurzer Zeit erledigen, damit du auch noch zu anderen schönen Sachen im Leben kommst.

Die Erfahrung zeigt, dass eine klare (räumliche und zeitliche) Trennung dich fokussierter arbeiten lässt. Wenn möglich nutze für dein Home-Office einen separaten Raum, der möglichst frei ist von privatem Kram. Und bereite dich innerlich drauf vor, jetzt zur Arbeit zu gehen. Dabei helfen äußere Handlungen: Wechsle also beispielsweise deine Kleidung, wenn du arbeitest, oder schließe bewusst die Tür zum Home-Office auf und zu. Kreiere dafür kleine Alltags-Rituale.

Gebe dir in jedem Fall möglichst feste Arbeitszeiten und beginne vor allem pünktlich. Passe deine Arbeitszeiten aber auch deiner Persönlichkeit und deinen Umständen an. Kreiere also einen für dich passenden Plan, aber kreiere ihn und halte dich dran.

Und komme nicht in die Versuchung, während deiner Arbeitszeit „mal schnell“ die Wäsche zu waschen oder ans private Telefon zu gehen. Diese Ablenkungen, so praktisch sie auch sein mögen, kosten dich unnötig Zeit.

Sich selbst klare Vorgaben machen

Im Büro gibt der Chef die Vorgaben oder üben die Kollegen einen gewissen sozialen Druck aus. Diese äußeren Faktoren helfen dir, an einer Sache dran zu bleiben. Als Heimarbeiter, der womöglich in Projekten mit langfristigen Zielvorgaben steckt, musst du dir diesen Druck selbst machen. Führe eine Aufgaben-Liste und setz dir klare Ziele für die Woche. Investiere einige Minuten in ein Der Sinn eines klare Ziel- und Zeitmanagements. Und halte dich dran. Und belohne dich: Wenn du in kürzerer Zeit deine Aufgaben für den heutigen Tag erledigt hast, dann mach auch früher Feierabend.

Diese Flexibilität ist sinnvoll, um sich zu motivieren: Wenn es deine Arbeit erlaubt, dann mach mal an einem sonnigen Mittwoch frei. Sei dir dann auch bewusst (und kommuniziere das in deinem Umfeld), dass du diese Zeit am Wochenende nacharbeiten wirst.

Das steht im Gegensatz zu dem, was ich einige Absätze zuvor geschrieben habe? Nur bedingt. Es hilft, den Rahmen, vor allem die Anfangszeiten fix zu haben. Der große Vorteil von Heimarbeitern ist es aber, nicht dem Druck der Konvention in großen Büros zu unterliegen: Wenn ich meinen Kram erledigt habe, dann mache ich guten Gewissens Feierabend. Oder ich arbeite noch an etwas anderem, doch das ist optional. Das gelingt jedoch nur, wenn ich diszipliniert eine gutes Aufgabenmanagement habe.

Je mehr Halt und Sicherheit ich gewinne, desto flexibler kann ich den äußeren Rahmen gestalten.

Das Leben besteht aus mehr als Arbeit

Wer Tag für Tag allein in seinem Home-Office sitzt, muss sich um soziale Kontakte selbst kümmern. Such dir ein Lieblingscafé, in das du (mindestens) ein oder zwei Mal in der Woche gehst, schreib dir mit Kollegen, tausche dich aus, suche dir Gesprächskontakte mit anderen initiativen und kreativen Menschen. Genieße deine Freizeit, pflege Hobbies und private Kontakte.

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