Das Leben ist nichts Statisches

Flyer in Das Leben ist nichts Statisches

Am Anfang war die Raupe. Entdecken Sie den Schmetterling in sich!

Ich mag meinen Praxis-Flyer. Und ja: Er hat viel Arbeit gemacht. Doch als ich letztens mit Uwe Arndt zusammen saß, kam mir die Idee, dass der Untertitel „Veränderung und Wachstum“ doch nicht ganz so richtig gewählt ist. Denn diese beiden Hauptwörter suggerieren etwas Statisches, Festes, das es so natürlich nicht gibt. Streng genommen gibt es keine Veränderung, denn sobald ich das Wort „Veränderung“ ausspreche, ist der Gegenstand, um den es geht, schon wieder anders. Diese andauernde Wandlung ist ein kontinuierlicher Prozess, der eigentlich nie endet. „Panta rhei“ – „Alles fließt“, hat der griechische Philosoph Heraklit diesen Zustand beschrieben und gesagt: „Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.“

Vielleicht finden Sie das ein wenig spitzfindig, mag sein. Und auf Anhieb ist das ja auch nicht so einleuchtend, schließlich sind wir es gewohnt, über Veränderungen mit statischen Worten  zu sprechen. Unsere Sprache, unsere Grammatik, ist dabei schludrig und ungenau. Ich musste mich an ein YouTube-Video der Management-Trainerin Vera F. Birkenbihl erinnern, in dem sie genau auf diesen Umstand eingeht und (unter anderem) über die Hopi-Indianer berichtet, deren Sprache bei Prozessen sehr viel genauer ist als unsere (und die meisten anderen Sprachen).

In dieser indianischen Sprache, so Vera F. Birkenbihl, gibt es keine Hauptworte beispielsweise für Faust oder Welle, sondern nur Verben. Dort „wellt” also das Meer und ein Mensch „faustet“. So bleibt auch sprachlich das Prozesshafte, das Dynamische, das Kommende und Vergehende erhalten. Es dürfte entsprechend also auch nicht die Worte Veränderung oder Wachstum geben, sondern nur verändern und wachsen.

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