Konfliktlösung mal anders
Zwei Kolleginnen geraten aneinander. Die eine schimpft: “Du bist unkreativ!” Die andere wehrt sich halbherzig und geht. Ärgert sich aber über sie und denkt: “Die blöde Kuh, die kann doch selber nix!” Fortan mögen sich die beiden noch weniger, versuchen, sich aus dem Weg zu gehen und hegen ihren Groll aufeinander.
Wie kommen die beiden aus diesem Dilemma?
Werden sie verbal angegriffen und verletzt, ist für viele die Gegenstrategie klar: Sie schlagen verbal zurück und blasen zum Gegenangriff. Ein Reiz-Reaktions-Schema, wie es in Büros und Arbeitsstätten täglich mehrfach zu beobachten ist. Und das genauso oft ins Leere läuft. In Stressituationen schalten wir eben normalerweise um auf Autopilot und folgen lange eingeübten Handlungsmustern. Das Ergebnis sind weitere Verhärtung der Fronten, Groll, mieses Arbeitsklima.
Wie wäre es aber, wenn statt eines Gegenangriffs mal die Emotionen thematisiert würden? Wenn der Kollege also meckert “Du kannst ja nichts!”, antworte ich beispielsweise mit “Hey, du wertest mich ab. Das verletzt mich jetzt.”
Klingt aufs erste Hinhören vielleicht sehr gewöhnungsbedürftig und nach 70er-Jahre-Selbsterfahrungsgruppe. Aber genau das passiert ja: Der Kollege bewertet mich und pauschalisiert. Solche Abwertungen tun weh, Punkt.
Vielleicht wäre es ja in einem etwas geschützten Rahmen mal den Versuch wert?
Und noch etwas:
Als ich mit Kolleginnen just darüber gesprochen habe, kam mir ein Bibelwort in den Sinn (dabei habe ich es nicht so mit dem christlichen Glauben): “Wenn dir einer auf die linke Wange schlägt, dann halte ihm auch die rechte hin.” Ich kenen den aktuellen Stand der Bibelexegese nicht. Aber vielleicht ist genau dieser Fall gemeint: Jemand verletzt mich und ich mach mich noch verletzlicher, indem ich sage: “Hey, du hast mich verletzt.” Spannend, was dann passiert.










Eine Antwort to “Konfliktlösung mal anders”
schreibt am August 15th, 2011 at 16:25
Hallo Ralf,
Dein Bibelzitat fan dich sehr passend. Viele Grüße, Kathrin
guter Einstieg in das Thema. Eigentlich kann man mit ganz einfachen Dingen und vor allem auch Sätzen ganz viele Situationen schon ganz entscheidene entschärfen. Aber wie du schon schreibst. gehen einem in wichitgen Momenten oft die Emotionen durch und man ist nur noch begrenzt Herr seiner Sinne. Spannendes Thema
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