Von richtigen Männern und richtigen Frauen

Ich schaue mir gern Filme mit Hugh Grant an. Ich finde den Schauspieler mit seinem Wuschelhaaren und seinem Dackelblick witzig. Meine Freundin hingegen geht an die Decke, wenn sie Grant im Fernsehen sieht.

Mittlerweile verstehe ich sie. Hugh Grant ist ein großer Junge, der sich gern von einer Frau beschützen lässt, sie um Verzeihung anwinselt und wenn’s brenzlig wird sofort weg ist. Er will spielen, bitte nicht ernst genommen werden und sich nicht festlegen müssen. Eigentlich will er keine Frau, sondern seinen Mama. So zumindest kommt Hugh Grant in seinen Filmen rüber.

Diese Episoden sind mir eingefallen, als ich den Text von Roland Kopp-Wichmann las mit dem Titel Frauen wollen erwachsene Männer. Sie wollen Männer, mit denen sie kommunizieren können, an denen sie sich reiben können, die Grenzen setzen und damit spürbar sind. Spürbar heißt empathisch sein, aber auch präsent sein. Da-sein mit allem, was ist; also auch mit den weichen und verletzlichen, aber auch mit den (männlichen) dominanten, kräftigen, spielerischen Seiten.

Denn Kontakt entsteht an Grenzen. Und nur bei einem erwachsenen Mann kann eine Frau auch eine  erwachsenen Frau sein. Bei einem Jungen ist sie entweder kleines Mädchen oder erziehende Mutter.

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