Kontrolle in der Gestalttherapie
In der Gestalttherapie geht es darum, dem Klienten mehr Freiheit zu ermöglichen. Es geht nicht darum, mehr Kontrolle auszuüben – weder über andere, noch über sich selbst. Dazu habe ich eben in einer älteren Ausgabe der “Gestalt-Kritik”, der Zeitschrift des Kölner Gestalt-Instituts, eine schöne Passage in einem Interview mit dem US-amerikanischen Gestalttherapeuten Stephen Schoen gefunden.
Er beschreibt darin, dass er mit kontrollierenden Menschen nur ungern zusammenarbeitet. “Es gibt Menschen, die anscheinden nicht an Lebendigkeit interessiert sind. Ich kann nicht mit Menschen arbeiten, die sich selbst besser kontrollieren wollen!” und weiter sagt er: “Ich habe ihnen nichits anzubieten, denn ich bin an niemandem interessiert, dem daran liegt, sich selbst besser zu kontrollieren.”
Das klingt auf Anhieb recht schroff. Ich glaube, etliche Klienten kommen, weil sie die Kontrolle verloren haben. Weil sie keine Kraft mehr haben, die Kontrolle weiterhin aufrechtzuerhalten. Und sie kommen mit dem Wunsch, genau diese Kontrolle über sich, ihr Leben, vielleicht auch über andere zu erlangen. Der Lauf der Therapie wird entscheiden, ob sie weiterhin bei diesem Wunsch bleiben werden.
Denn zunächst einmal bedeutet Kontrolle auch eine Form von Sicherheit. Ich kontrolliere die Situation, ich habe mich unter Kontrolle. Dann kann nichts passieren. Dass diese Kontrolle natürlich nur scheinbar ist, ist ihnen in dieem Moment nicht klar. “Loose you mind and come to your sences”, hat Pels gesagt. Ich verstehe das auch so, dass man die Kontrolle, die ja immer vom Verstand kommt, aufgeben soll. Und sich damit der Unsicherheit ergibt.
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