Warum eigentlich Zeitmanagement und Effektivitäts-Planung?
Wer permanent getaktet lebt, den Terminkalender vor sich, der hat doch keinen Spaß mehr. Der funktioniert nur noch wie ein Roboter. So lautet eine häufige Gegenrede auf meine Begeisterung für Zeitmanagement und Effektivitäts-Tools. Ich finde, das stimmt so nicht.
Aber um es vorweg zu nehmen: Es gibt bei mir immer wieder Phasen, in denen ich auf sämtliche Produktivitäts-Tools und Zeitmanagement-Regeln pfeife. Dann lass ich mich gerne treiben, arbeite in den Tag hinein und prokrastiniere nach Herzenslust. Oder, auch diese Tage gibt es, habe ich sowieso so viele terminierte Dinge zu erledigen, dass ich mich um anderes gar nicht erst kümmern muss.
Doch es gibt auch die anderen Phasen: Das sind Zeiten, die unübersichtlich werden, in denen ich häufig wie ein kopfloses Huhn quer über den Platz renne oder stehenbleibe und gar nicht mehr weiß, was überhaupt zu tun ist. Mittlerweile ist mir klar, was dabei passiert: Es sind Zeiten, in denen viele verschiedenartige langfristige Projekte (private und geschäftliche) an mir hängen, die allesamt nicht morgen fertig sein müssen. Und die trotzdem eine Menge Arbeit bedeuten.
Um berufliche Beispiele heranzuziehen: Das sind Zeitungsseiten, die erst Ende dieser oder nächster Woche in Druck gehen. Das sind größere Stücke, die erst für kommenden Monat geplant sind oder Themen, die ich mal bearbeiten möchte, für die ich aber erst einmal Gesprächspartner suchen muss. Und es sind Workshops, die irgendwann stattfinden, und die ich trotzdem schon mal planen sollte. In diesen Beispielen könnte ich mich auch einige Tage in die Sonne setzen – und dafür nächste Woche drei Tage am Stück durcharbeiten.
Genau in diesen Zeiten helfen mir Systeme wie GTD und einfache Zeitmanagement-Tools. Sie sind für mich wie das Netz bei einer Akrobatik-Nummer. Ich kann viele Übungen auf dem Hochseil machen, ich kann gut balancieren. Und weiß immer: Wenn ich ins Straucheln gerate, dann fängt mich das Netz auf.
Im übertragenden Sinn: Wenn ich merke, dass ich nervös werde, kopflos und ganz einfach den Überblick verlieren, dann fängt mich mein persönliches Produktivitäts-System auf. Wenn es sein muss, habe ich das System innerhalb von ein, zwei Stunden auf einen passablen, spätestens am nächsten Tag auf den aktuellen Stand gebracht. Und habe dann meine Tasks und meine Projekte vor mir, die ich der Reihe nach abarbeiten kann. Und so gelange ich auch wieder zu innerer Ruhe.
Nebenbei: Genau das ist das Schöne an GTD. Auch bei wenig Pflege geht es nicht gänzlich kaputt.
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2 Antworten to “Warum eigentlich Zeitmanagement und Effektivitäts-Planung?”
schreibt am April 22nd, 2010 at 19:27
Zeitmanagement… das ist eigentlich mein größtes Problem, aber vor allem im Sinne der Work-/Life-Balance: Viel Work (und Family) und wenig Life (abseits davon – denn da ist ja auch ‘ne Menge Leben drin)
schreibt am April 23rd, 2010 at 16:01
Das kenne ich. Und irgendwie sollte der Tag 48 Stunden haben. Da helfen meiner Erfahrung nach Zeitmanagement oder Produktivitäts-Methoden nur bedingt. Da hilft nur Reduktion nach dem Motto “weniger ist mehr” und die weniger wichtigen Sachen einfach nicht mehr machen. Und dafür Zeit für seine Herzensangelegenheiten haben.
Die Kunst ist nur, zu wissen, was denn wirkliche Herzensangelegenheiten sind.
Good luck!
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