Was ist Gestalttherapie? Teil 1
Gesttalttherapie ist in Deutschland keine von den Kassen anerkannte Therapieform. Soweit, so gut. Aber was ist das dann? Wird da gemalt? Oder getöpfert?
Nein!
Gestalttherapie hat nichts mit Gestaltung zu tun, sondern leitet sich ab aus der Gestaltpsychologie, die besagt, dass wir Menschen unsere Umwelt als Gestalt wahrnehmen. Wir versuchen also immer, in allen Dingen etwas größeres Ganzes zu sehen.
Eine solche Antwort genügt den meisten Fragenden nicht. Was machst du dann?, wollen sie weiter wissen. Ich werde also hier in einer kleinen Serie einige Antworten auf die Frage “Was ist denn Gestalttherapie?” bringen.
Die erste Antwort entnehme ich einem wunderschönen Buch eines argentinischen Gestalttherapeuten: Jorge Bucay schreibt Romane und Kurzgeschichten. Und in einer erklärt er, was das denn für eine Therapieform ist.
Demian, der Klient in dem Roman aus Einzelepisoden, will vom “Dicken”, da sist der Therapeut, wissen, was das eigentlich für eine Therapie ist, die er veranstaltet. Doch der Therapeut lässt ihn ins Leere laufen, bis Demian sich ärgert und schimpft. “Bist du wütend?” will der Therapeut wissen und unterstützt ihn in genau diesem Ärger. “Was machst du mit deiner Wut?” fragt er und unterstützt Demian dabei, diesem Ärger, dem Zorn Raum zu geben, ihn zu leben.
Dann erst erklärt er die Art der Arbeit: “Das ist die Art von Therapie, die wir machen, Demian. Eine Therapie, die drauf aus ist, zu verstehen, was in jedem Moment deines Lebens in dir vorgeht. Eine Therapie, die Risse in deine Fassade klopfen will, damit der wahre Demian hervorkommen kann. Eine Therapie, die gleichermaßen einzigartig wie unbeschreiblich ist, weil sie auf der Beschaffenheit zweier einzigartiger und unbeschreiblicher Personen beruht: dir und mir.”
Und noch einen wichtigen Aspekt spricht “der Dicke” an: Gestalttherapie ist eine “Therapie, die niemanden heilt, weil sie weiß, dass sie nur dem ein oder anderen dazu verhelfen kann, sich selbst zu helfen. Eine Therapie, die nicht darauf aus ist, eine gewisse Wirkung zu erzielen, sondern einfach nur als Katalysator dienen will, um einen Prozess zu beschleunigen, de sich früher oder später sowieso eingestellt hätte, ob mit oder ohne Therapeuten.”
Auf einige dieser Aspekte gehe ich noch ein. Später.
Jorge Bucy: Komm, ich erzähl dir eine Geschichte
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Tags : Buchrezension, Serie-Gestalttherapie
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3 Antworten to “Was ist Gestalttherapie? Teil 1”
schreibt am Februar 12th, 2010 at 01:22
Yep, sehr gut! !-)
schreibt am Februar 12th, 2010 at 01:24
Da gibts doch auch diesen schönen Artikel, wo Perls einer Redakteurin nicht versucht zu erklären, was Gestalt ist, sondern es einfach mit ihr macht. Schlitzohr, der alte Fritz
schreibt am Februar 12th, 2010 at 11:50
Au ja, das ist eine gute Idee. Den Artikel hab ich noch irgendwo. Der olle Fritz war echt ne Marke.
Geht’s euch wieder besser?
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