Arm an Zeit macht auch unzufrieden

Viele Menschen klagen unter Zeitmangel. Nun haben Forscher der Uni Lüneburg herausgefunden, dass sich der Mangel an Zeit ähnlich wie der Mangel an Geld negativ auf die allgemeine Lebenszufriedenheit auswirken kann. Interessant war, dass sich beides gegenseitig aufwiegen kann: Wer wenig Zeit und dafür viel Geld hat, ist ähnlich zufrieden wie Menschen, die zwar finanziell nicht gut gestellt sind, dafür aber über viel frei disponible Zeit verfügen.

Sie schlagen deshalb einen multidimensionalen Begriff von Armut vor, der nicht nur die finanziellen Verhältnisse, sondern auch den Mangel an Freizeit berücksichtigt. Und sie rechnen auch gleich mit dieser neuen Definition: Demnach würden rund zwölf Prozent der Deutschen als arm gelten. Besondern betroffen wären dabei Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Selbstständige.

Multitasking funktioniert nicht

Alltag in vielen Büros: Am Computer arbeiten, immer wieder ploppt die Meldung neuer E-Mails hoch, das Telefon klingelt, der Kollege schaut zur Tür rein …
Alltag beim Lernen: Auf den letzten Drücker Vokabeln pauken, Musik im Ohr, nebenher chatten und What’sApps schreiben.

So richtig effektiv ist das alles nicht. Dass Multitasking bei der Arbeit eher stört (weil das Hirn gar nicht multitasken kann, sondern Informationen und Eindrücke seriell verarbeitet), wird von vielen Studien immer wieder bestätigt. Dass Mulittasking aber auch beim Lernen, also dem Wissenserwerb stört, haben jetzt Forscher der TU Braunschweig im Tierversuch herausgefunden.

Am Rattengehirn haben sie studiert, wie und welche Informationen vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis übertragen werden. Sie entdeckten: Wer viele Dinge gleichzeitig macht, bei dem entscheidet oft der Zufall, welche Informationen länger gespeichert werden – ob die neuen Englischvokabeln oder der Witz per Chat.

Kurz und knapp:

  • Lerninhalte sollten in kleinen Portionen und über mehrere Tage verteilt gelernt werden.
  • Wer lernt, sollte nichts anderes nebenbei machen. Also Handy weglegen, Glotze ausgeschaltet lassen, kein Internet.

Dem Datenchaos entkommen

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Gute Tipps und Kniffe im Buch “Für immer aufgeräumt”. Jetzt bestellen bei Amazon

Unsere Vorfahren vor, sagen wir mal, hundert Jahren hatten es viel einfacher: Im Schnitt besaß eine Familie damals nur wenige hundert Gegenstände. Heute müssen wir Tausende Dinge ordnen, verstauen und pflegen – und uns um eine Vielfache Menge an immateriellen Sachen kümmern: Um E-Mails, Dokumente, Informationshäppchen. Kein Wunder also, dass sich Papierstapel auf Schreibtischen türmen und Festplatten zumüllen.

Doch wie entkommen wir diesem Chaos? Jürgen Kurz gibt in seinem Büchlein Für immer aufgeräumt – auch digital sehr viel praxisnahe Tipps zum gleich Umsetzen und bezieht sich dabei vor allem auf den Bereich der Technik (in seinem älteren Buch beschäftigt er sich mit den handfesteren Dingen). Ein nützlicher, einfacher Selbsttest bietet zunächst eine Standortbestimmung, bevor der Autor mit Ideen und einer Vielzahl Tipps sich den Facetten des Büro- und Arbeitsalltags widmet.
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Das iPad als Produktivitäts-Booster

IPad in Das iPad als Produktivitäts-Booster

Mit dem iPad lässt sich das Leben ein Stück weit produktiver machen.

Anfang des Jahres habe ich mir – als verzögertes Weihnachtsgeschenk – ein iPad Air gekauft. Und ich muss sagen: Die Werbung verspricht nicht zu viel. Es ist tatsächlich so dünn wie ein Bleistift. Wichtiger für mich ist aber, damit mein Leben einfacher und produktiver zu gestalten. Für mich knüpften sich viele Erwartungen an dieses Tablet, einige haben sich erfüllt, manch andere (noch) nicht. Mein Resümee nach einem guten Monat intensiver Nutzung des iPad.

Ausgangspunkt: Wozu ein Tablet?

Für mich verknüpften sich mehrere Ideen mit einem Tablet.
Es sollte für mich zum eine schnelle Möglichkeit bieten, im Internet Dinge kurz zu recherchieren, morgens bei einer Tasse Kaffee meine Feeds duchzusehen oder Nachrichtenseiten lesen.

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Authentizität in der Therapie

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Authentisch und spontan: So sollte eine gute Beratung oder eine gute Therapie verlaufen. Foto: John Morgan/Flickr

Dies ist der zweite Teil der Serie über Haltungen in der Gestalttherapie.

Damit komme ich zu einer zweiten Haltung, die für mich eine tragende Rolle in der Arbeit und zunehmend auch in meinem ganzen Leben spielt: Indem ich mich als ganze Person zeige, bin ich authentisch: ich halte nichts hinter dem Berg, ich verschanze mich nicht hinter Expertenwissen oder schwinge mich auf einen Besserwisser-Thron. Die Begegnung mit meinem Klienten ist ehrlich und wertfrei. Sie lebt von dieser authentischen Beziehung, von einer freiwilligen Begegnung zweier Menschen, die neugierig und interessiert aufeinander sind.

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Nutzen Sie Sparschweinchenzeiten

 in Nutzen Sie Sparschweinchenzeiten

Sparschweinchen sammeln nicht nur Geld. Mit diesem Trick lässt sich auch Zeit sammeln. Foto: Images of Money.

Kennen sie das? Sie verabreden sich mit jemand und der kommt eine Viertel Stunde zu spät. Oder Sie sitzen im Meeting, das wegen fehlender Unterlagen für die nächsten Minuten unterbrochen wird. Klar können Sie nun im Café sitzen und die Sonne genießen, bis ihre Verabredung kommt. Oder Sie können ein wenig mit ihrem Kollegen plauschen. Oder einfach im Smartphone zocken. Nur was tun, wenn Ihnen danach gerade nicht ist? Oder wenn Sie sowieso viel zu viel Arbeit an der Backe haben? Dann sind solche Leerlaufzeiten überaus ärgerlich.

Aber kein Problem, dagegen kann man sich wappnen!
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Die dialogische Grundhaltung

Dies ist der erste Teil der Serie über Grundhaltungen in der Gestalttherapie.

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Das dialogische Prinzip. Eine Grundhaltung in der Gestalttheapie. Foto: Didier Bier

 

Der Mensch wird am Du zum Ich.

So hat es der Religionsphilosoph Martin Buber beschrieben und damit gemeint, dass wir als soziale Wesen nicht allein existieren können, sondern uns erst in Gemeinschaft mit anderen entfalten – auch als Mensch entfalten. Es gab die Versuche mit kleinen Kindern, die zwar ernährt wurden, so dass es ihnen körperlich an nichts mangelte, die aber keine emotionale Zuwendung und keinen Kontakt mit anderen erhielten. Diese Kinder starben jämmerlich (so heißt es zumindest. Diese Versuche soll der Stauferkönig Friedrich II. im 12 Jahrhundert angestellt haben. Sein Ziel war es zu erkunden, welches die ursprüngliche Sprache der Menschen ist: Hebräisch, griechisch oder Latein. Unter Historikern ist es aber umstritten, ob diese Versuche tatsächlich stattgefunden haben).

Egal. Neue psychologische (und weitaus humanere) Tests weisen in dieselbe Richtung: Ohne den Anderen gibt es mich nicht! Ich spüre und erlebe mich nur in Bezug auf andere. Was wiederum heißt, dass diese anderen ein Teil von mir werden.

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Die Grundhaltungen in der Gestalttherapie

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Die Haltungen in der Gestalttherapie: Wie ich die Welt sehe. Foto: riptheskull / Flickr

 

“Ich akzeptiere niemanden als kompetenten Gestalttherapeuten, solange er noch ‘Techniken’ benützt. Wenn er seinen eigenen Stil nicht gefunden hat, wenn er sich selbst nicht ins Spiel bringen kann, nicht der Eingebung des Augenblicks folgend erfindet, ist er kein Gestalttherapeut.”

Auf meiner Praxisseite schreibe ich, dass für mich die Gestalttherapie viel mehr ist als eine heilende Therapiemethode. Sie ist für mich eine gelebte Haltung zur Welt, zu meinen Mitmenschen, zu meinem Leben. Ich arbeite also nicht nur als Gestalttherapeut mit einem Strauß an Werten und Ideen, sondern lebe diese auch in meinem privaten Leben.

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Persönlichkeitsentwicklung braucht Zeit

Eben bin ich bei den Kollegen der NVC Trainerakademie auf einen interessanten Artikel gestoßen. Markus Sikor beschreibt ein bestimmtes Setting in seinen Fortbildungen, das in besonderer Weise die Persönlichkeitsentwicklung der Teilnehmer fördern kann. Er nennt es Easy-Training und meint damit das Gegenteil des altbekannten Schulunterrichts – einer didaktischen Form übrigens, die nach wie vor noch in vielen Bereichen der Erwachsenenbildung zu finden ist. Easy-Training sei aber auch kein weichgespültes Psychogeplänkel, schreibt Markus: “Persönlichkeitsentwicklung ist alles andere als soft und wischi-waschi, sondern geht ans (emotional) Eingemachte – Softskills sind harte Arbeit!”

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Der Weg eines kleinen Notizzettels: So nutze ich GTD

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Notizzettel unterstützen uns in der Alltagsorganisation – aber nur, wenn sie ihren festen Platz bekommen. Foto: Elisabeth Patzal

GTD ist ein komplexes System. Für meine Workshops suche ich immer wieder nach einem einfachen Einstieg in diese Welt. Und habe für einen der letzten Vorträge sogar ein schönes Beispiel gefunden. Zumindest für einen Teilaspekt des Systems, das Leeren des “RAM-Speichers” in ein vertrauenswürdiges System. Ich beschreibe den Weg eines Notizzettels durch meine Wohnung.
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Über das intelligente Aufschieben

41JBfJ-4G7L in Über das intelligente AufschiebenGehören Sie auch zu jenen, die unliebsame Arbeiten auf die lange Bank schieben? Die, statt sich mit ihrer Steuererklärung beschäftigen, lieber alle Fenster putzen? Und die damit manche Sachen wirklich erst auf den letzten Drücker erledigt bekommen? Dann sind Sie nicht allein.

Viele leiden unter dieser Charaktereigenschaft, die sich Prokrastination nennt – zu deutsch: Aufschieberitis. In meinen Seminaren klagen viele darüber und wollen Tricks mitbekommen, wie sie mit dieser mangelnden Disziplin am besten umgehen können. Es gibt zwar ein paar solcher Tricks, aber letztlich denke ich hilft’s nix: Wer ein Aufschieber ist, der bleibt es auch.

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Keine Diskussionen mehr – lieber miteinander sprechen

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Wenn ein Gespräch gelingt, fügen sich zwei Weltsichten ineinander. Foto: Fotolia

Der Wahlkampf ist seit einer Weile vorbei. Gott sei Dank, habe ich doch von diesen endlosen Diskussionen im Fernsehen die Nase voll. Höchste Zeit, sich wieder einem Gespräch hinzugeben. Was mich an diesen Polit-Diskussionen nervt, ist die immergleiche Dramaturgie: Die Diskutanten, besser: Kontrahenten, wollen mit immer besseren (oder immer lautstarkeren) Argumenten ihren Gegner übertrumpfen. Wenn alles nichts nützt, fallen sie ihm ins Wort, oder sie wenden sich ab während er spricht, oder sie bagatellisieren seine Worte mit wegwerfenden Handbewegungen. Klar ist: Jeder ist davon überzeugt, selbst im Recht zu sein.

Leider beharken auf diese Art und Weise häufig auch Ehepartner und Eltern mit ihren Kindern. Viele wollen auf Biegen und Brechen den anderen von ihrer Weltsicht überzeugen – und katapultieren sich damit aus einem vernünftigen, tragfähigen Kontakt heraus.

Lasst uns also weniger diskutieren, dafür mehr miteinander sprechen. Keine Diskussionen mehr, sondern Gespräche.

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Die Ordnung in Familien: Das Familienhaus

Ach, was sind wir doch für eine glückliche Familie …
Sind wir das wirklich?

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Das Modell des Familienhauses: Jeder hat seinen Rückzugsort und jede Rolle ihren festen Platz. Zeichnung: Grabowski

Häufig wird im Zusammenleben mit Kindern über die Bedürfnisse der Kinder gesprochen, über Freiräume und Mitspracherecht. Und das ist auf jeden Fall gut so! Aus der Familienberatung weiß ich jedoch, dass häufig die Bedürfnisse der Eltern vernachlässigt werden. Oder genauer formuliert: Die Eltern nehmen sich selbst nicht so wichtig. Sie stellen die Familie als Ganzes in den Mittelpunkt, das Wohl des Partners und der Kinder. Sie beanspruchen für sich selbst keine Zeit und keinen Raum. Manchmal scheint es, als ob Individuen, die Eltern geworden sich, aufhören, zu existieren! (Nebenbei bemerkt gilt dieser Eindruck auch für manches Paar)

Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Denn auch wenn der Mann oder die Frau jetzt mit Kindern zusammenleben: Ihre Bedürfnisse bleiben: Nach Rückzug (also Zeit für sich), nach Selbstverwirklichung, nach Individualität. Werden diese Bedürfnisse nicht befriedigt, werden sie im Laufe der Zeit unzufrieden, es kommt zu Spannungen auf der Paarebene und in der Familie.

So ist das Leben in einer Familie also nichts Statisches, sondern eher ein Leben im Gleichgewicht zwischen Nähe auf der einen und Individualität auf der anderen Seite – und zwar von allen Familienmitgliedern.

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